Archiv für den Monat: August 2013

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Tierheimheldische Spiel- und Beschäftigungsideen

Ihrer ursprünglichen Arbeit entledigt, haben sich viele Vierbeiner mit einem „normalen“ Leben in ihrer Familie abgefunden. Doch hin und wieder zeigen sowohl Hunde als auch Katzen, dass der alltägliche, sich wiederholende Ablauf nicht auslastend genug ist. Möbelstücke werden zerkratzt oder Kissen in Stücke gerissen – der Anblick, der so manchen Tierbesitzer erwartet, wenn er Heim kommt, kann wahrlich unschön sein.

Für Abhilfe kann artgerechte, geistige Beschäftigung sorgen, die Reizarmut entgegenwirkt und Hund, Katze, Maus auslastet. Wir von Tierheimhelden haben mit und für Euch einige Ideen zusammengetragen, um Euren Liebling artgerecht zu beschäftigen.

Für Hunde

… bieten einige Internetseiten eine enorme Vielfalt an einfach nachzubauenden Spielideen. Einige leicht umsetzbare stellen wir Euch hier vor. Besonders anstrengend und deswegen auslastend sind alle Spiele, bei denen der Hund mit der Nase arbeiten muss. Hier bieten sich vielfältige Möglichkeiten, Leckerchen entsprechend zu verstecken, oder, ähnlich der Fährtenarbeit, in Spuren zu legen.

Leckerchensuche

Material:

  • Leckerchen
  • Möbel

ohne wirklichen Aufwand platziert man das Lieblingsleckeri des Vierbeiners zunächst an etwas schwieriger zu erreichbaren Orten. Das können Tische, engere Zwischenräume unter Schränken/Möbeln oder auch nah bei der Wand sein. Um den Hund mit dem neuen Spiel vertraut zu machen und ihm ein Erfolgserlebnis zu bescheren, platziert man an diesen noch einfach zu findenden Orten das Leckerchen und gibt dann das vorher gelernte „Such“-Kommando. Dabei wird auch gleich der Grundgehorsam ein Stück verbessert – denn schließlich könnt ihr Euren Hund während des Leckerchenversteckens Abliegen lassen. So lernt er zu warten und darf auch noch sein Gedächtnis beim Zugucken schulen. Später kann man die Schwierigkeitsstufe erhöhen, indem man die Happen an weniger leicht auffindbaren Orten versteckt (der Hund darf hier immer noch zuschauen). Dafür eignen sich zum Beispiel alte Handtücher oder Stofffetzen, (Plastik-) Röhren oder höhere Ablagen im Regal oder Schrank. Soll der Hund die entsprechenden Schränke eigentlich meiden, muss man natürlich darauf achten, nur dort Leckerchen zu verstecken, wo der Hund auch sonst hindarf. In der Endstufe kann man den Hund an einem anderen Ort, wie zum Beispiel dem Bad, warten lassen, bevor er die Leckerchen suchen darf.

Von den eingegangenen Vorschlägen nach unserem Spiel und Beschäftigungs-post bedanken wir uns besonders für den folgenden Tipp, der auch auf diversen Internetseiten zu finden ist.

Flaschendrehen

Material:

  • Stab ( kann auch Stift o.Ä. sein)
  • leere Plastikflasche

In diesem Klassiker unter den Denkspielen wird an den gegenüberliegenden Seiten einer leeren Plastikflasche ein Loch gestochen/gebohrt. Durch diese zwei hindurch wird der Stab/stabähnliche Gegenstand geschoben. Der Flaschenverschluss oben wird als Einwurfloch der Leckerchen genutzt. So gefüllt muss der Hund die Flasche nun mit Pfote oder Nase so stark anstupsen, bis sie sich umdreht (vertikal) und das Leckerchen aus der Flasche freigegeben wird.

Interessierte können hier weiter stöbern

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Logo der Bundestierärztekammer

Impfen gegen Tollwut: Ein Muss für jeden Tierbesitzer

Die Bundestierärztekammer warnt und empfiehlt die Tollwutimpfung für alle Tiere in Deutschland. Warum sie das tut und weshalb diese Impfung so wichtig ist kann der Pressemitteilung der Bundestierärztekammer entnommen werden:

(BTK/Berlin) Im Landkreis Bamberg wurde bei einem jungen Hund, der von Marokko nach Deutschland eingeführt worden ist, die für Mensch und Tier gefährliche Tollwut festgestellt. Diesen Fall nimmt die Bundestierärztekammer zum Anlass um zum wiederholten Male auf die Wichtigkeit einer Tollwutschutzimpfung hinzuweisen.

Deutschland ist seit 2008 tollwutfrei, seitdem Füchse systematisch und flächendeckend mit Ködern geimpft wurden. Tollwut wird daher nicht mehr als Gefahr wahrgenommen. In vielen Regionen der Welt ist Tollwut aber ein ernstes Problem, das auch Reisende treffen kann. Gerade in typischen Urlaubsländern wie der Türkei, Serbien, Marokko oder Thailand ist die Tollwut immer noch ein Risiko, denn sie wird dort vor allem durch die vielen streunende Hunde übertragen.

Im europäischen Reiseverkehr ist die Impfung bei Hund, Katze und Frettchen Vorschrift und wird über den EU-Heimtierausweis dokumentiert. Dank neuer Entwicklungen auf dem Impfstoffmarkt, gibt es heute Tollwutimpfstoffe, die bis zu drei Jahren Schutz bieten. Diese neuen Impfstoffe werden inzwischen auch von den Behörden anerkannt. „Jeder Tierhalter kann bei der weltweiten Bekämpfung dieser Krankheit einen wertvollen Beitrag leisten“ betont Prof. Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer. „Halter sollten Hunde und Katzen routinemäßig gegen Tollwut impfen lassen. Gerade der aktuelle Tollwutfall zeigt, wie wichtig ein Impfschutz ist, da das Virus jederzeit nach Europa eingeschleppt werden kann“.

Das Tückische an der Tollwut: Ist die anzeigepflichtige Erkrankung einmal ausgebrochen, gibt es keine medizinische Behandlung mehr, sie führt immer zum qualvollen Tod. Tiere ohne ausreichenden Impfschutz müssen im Falle eines Ansteckungsverdachts getötet werden. Für Menschen ist die einzige lebensrettende Maßnahme nach einem tollwutverdächtigen Tierkontakt eine sofortige Impfung, die sogenannte Postexpositionsprophylaxe (PEP).

Die Bundestierärztekammer warnt Reisende außerdem davor, fremde oder streunende Hunde zu anzufassen. Das gilt besonders für Tiere, die sehr zutraulich sind, auch wenn sie auf den ersten Blick gesund aussehen. Bereits bei einer Hautabschürfung kann das Virus übertragen werden. „Insbesondere Kinder müssen davon abgehalten werden, hilflose Tiere oder niedlich aussehende Welpen zu streicheln“, erklärt Prof. Dr. Theo Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer. Darüber hinaus rät die BTK Individual- oder Rucksackreisenden in afrikanische Länder, Asien oder Südamerika sicherheitshalber zu einer (präexpositionellen) Tollwutschutzimpfung. Auch Personen, die dort aus beruflichen Gründen mit Tieren Umgang haben, sollten sich vorab impfen lassen.

Hund abnehmen

Abnehmen mit Plan – Wenn der Hund zu dick ist

Bevor die Diät losgeht

Bevor Sie eine Diät mit Ihrem Hund beginnen, steht der Gang zum Tierarzt an. Denn der kann feststellen, ob der Hund wegen gesundheitlicher Gründe besonders dazu neigt, ein paar Pfunde anzusetzen. Herz- und Kreislaufkontrolle und – ganz wichtig – die Schilddrüsenfunktion überprüfen, damit ein krankheitsbedingtes Übergewicht ausgeschlossen werden kann. Eine Schilddrüsenunterfunktion kann durch die Gabe von Schilddrüsenhormonen durch ein entsprechendes Medikament (z.B. Fortyron) behoben werden. Außerdem muss der folgende Bewegungsplan mit dem Tierarzt besprochen werden. Bei bereits vorhandenen Arthrosen muss auf die geschädigten Gelenke besondere Rücksicht genommen werden. Und natürlich muss das aktuelle Gewicht festgestellt werden. Denn bleibt Übergewicht über einen längeren Zeitraum unbehandelt, können schwere Schäden entstehen.

Aufpassen bei Leckereien zwischendurch!

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Regelmäßiges Wiegen ist die Grundlage einer erfolgreichen Abnehmkur. CC by https://www.flickr.com/photos/lindyy/

Grundsätzlich gilt bei Hunden das Gleiche wie bei einer Reduktitionsdiät bei Menschen. Der Körper muss mehr Kalorien verbrauchen, als ihm zugeführt wird. Ganz wichtig: Die Kleinigkeiten zwischendurch (Stückchen Leberwurstbrot, Schweineohr, Milchdrops) sind für die Zeit der Diät entweder ganz gestrichen, oder werden durch die Hälfte einer kompletten Malzeit ersetzt. Das heißt. Ein halbes Schweineohr = Hälfte des Abendessens.
Bei Trockenleckerlis (Ochsenziemer, Schweineohr, etc,) rechnen Sie bitte die tatsächliche Größe des Leckerbissens x 5. Dem Ohr, Ziemer, usw. wurde durch die Trocknung lediglich das Wasser entzogen. Die Kalorien bleiben die gleichen als beim ungetrockneten Stück, nur die Größe verringert sich.

Außerdem wichtig: Diät ist immer eine Kombination von verminderter Kalorienaufnahme und Erhöhung des Bedarfs. Das heißt: weniger Füttern (futtern) und mehr bewegen. Auch auf die Qualität des Futters sollte geachtet werden.

Am besten, Sie verwenden ein Diättrockenfutter (Veterinary Hills, z.B. einer dieser Varianten: zur Gewichtsreduktion, zur Gewichtsreduktion bei Allergikerhunden, bei Harnsteinproblemen oder Diätfutter angereichert mit diversen Nährstoffen; insbesondere für Hunde mit Ostheoarthritis, ansonsten Tierarzt fragen). So können Sie auf jeden Fall feststellen, dass der Hund nicht weniger Kalorien aufnimmt durch weniger Futter, sondern dass auch alle Vitamine und Nährstoffe vorhanden sind. Das ist bei selbst gekochtem Futter nicht immer gewährleistet.

2 bis 3x täglich kleine Portionen füttern. Möglichst immer einweichen (dann stellt sich das Sättigungsgefühl schneller ein) Zum Einweichen eignet sich Wasser, aber auch eine dünne Brühe bei schlechten Fressern. Das Einweichen sollte etwa 15 Minuten dauern.

Falls Sie selbst kochen

Sollten Sie doch selbst kochen wollen, verwenden Sie bitte kalorienarmes und nährstoffreiches Fleisch (keine Innereien). Bewährt hat sich Puten-, Hühnerfilet und Straußenfleisch. Lamm und Rind nur sehr bedingt (kalorienreicher).

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Zum Abnehmen eignen sich fettarme Fleischsorten wie z.B. Putenfleisch besonders gut.

Davon etwa 1/3 der Futtermenge Fleisch. Den Rest ersetzen Sie durch 1/3 Gemüse (Karotten, Gurke, Zuccini, kein Kohl, kein Mais) und 1/3 Vollkornreis oder Diätflocken oder Vollkornnudeln. Dazu sollte eine fertige Vitaminmischung und Kräuter gegeben werden (z.B. con Cleynes) 
.

Die zweite wichtige Komponente beim Abnehmen – Bewegung

Ein dicker Hund kann und darf nicht neben dem Fahrrad her rennen. Das würde seine Gelenke und seinen Kreislauf zu sehr belasten. Also klein anfangen. Mag Ihr Hund schwimmen. Prima. Ein besseres und gelenkschonenderes Training gibt es nicht. Am besten 1x täglich. Danach gut abtrocknen.

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Auch der Vierbeiner braucht Bewegung um Abzunehmen. Das optimale Fitnessstudio ist für den schwimmfreudigen Hund schnell gefunden. Die Alternative ist zügiges Gassigehen.

Ansonsten muss das Schwimmen durch zügiges Gehen ersetzt werden. Und das ganze zusätzlich zum täglichen Gassischlendern. Beim zügigen Gehen, sollten Sie Ihren Hund anleinen, damit er nicht bummelt und das Training vernachlässigt. Entleert hat er sich ja bereits vorher beim Gassischlendern. Also kein pinkeln und schnüffeln. Jetzt wird gearbeitet und trainiert.

So (oder so ähnlich) sollte der Plan aussehen:

Beispielplan

 

  1. Morgens gassischlendern, danach 15 Minuten schwimmen oder 15 Minuten ZÜGIG gehen.
  2. Nach Rückkehr eingeweichtes Trockenfutter
  3. Mittags gassischlendern
  4. Abends gassischlendern, danach 15 Minuten ZÜGIG gehen.
  5. Nach Rückkehr eingeweichtes Trockenfutter

Nach einer Woche wird das zügige Gehen auf 20 Minuten erhöht. Nach 2 Wochen kann auf 30 Minuten erhöht werden, oder – bei bereits erfolgter Gewichtsreduktion – langsames Nebenherjoggen am Fahrrad oder langsamen Joggen neben dem Hundeführer. Die Geschwindigkeit sollte immer langsam gehalten werden. Die Dauer muss aber immer stetig gesteigert werden.

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Wenn sich erste Erfolge verbuchen lassen, kann man mit langsamem Joggen oder Fahrradfahren anfangen. CC by https://www.flickr.com/photos/blumenbiene/

Regelmäßig wiegen (1x die Woche, vor dem Füttern). Möglichst auch dem Tierarzt vorstellen zur Überprüfung der Herztätigkeit und des Kreislaufes (im 14-Tage Rhythmus).

Immer NACH der Bewegung füttern. Niemals davor (Gefahr der Magendrehung und Kreislaufprobleme). 
Massieren Sie Ihren Hund zwischendurch, dass regt den Stoffwechsel an (empfehlenswertes Buch: Massage für Hunde, Narath im Kosmos Verlag)
. Bleiben Sie am Ball und hart. Keine zwischendurch Leckerchen! Keine Häppchen vom Tisch. Lieben Sie Ihren Hund? Dann zeigen Sie ihm Ihre Zuneigung nicht durch ungesundes Vollstopfen. Das macht Ihren Hund unglücklich. Er leidet unter seinem Übergewicht. Zeigen Sie ihm Ihre Liebe durch artgerechte Bewegung, Nahrung und Streicheleinheiten. Das macht Sie beide glücklich!

Viel Erfolg wünscht Ihnen
Claudia Hagerer

Artikelbild © Stewart Black