Archiv für den Monat: September 2013

Foto von Sigrid Starick

Aggressionsverhalten bei Hunden

Das Aggressionsverhalten von Haushunden hat eine lange Geschichte. Die Haustierwerdung begann mit der Zähmung der Wölfe. Junge Wölfe wurden damals aufgezogen und die geeigneten Tiere wurden zur Zucht für diverse Aufgaben verwendet. Die Domestikation der wilden Wölfe veränderte im Laufe der Zeit natürlich auch das Verhalten der Abkömmlinge. Wölfe sind scheu und wenig unterordnungsbereit in der Erziehung. Gefahr geht von wildlebenden Wölfen in der Regel nicht aus.
Der Hund verursacht als in Deutschland beliebtestes Haustier aber auch die meisten Probleme im alltäglichen Umgang. Die Ursache sind meist Missverständnisse im Miteinander Mensch/Hund. Ist der Hund gleich Problemhund? Was ist ein Problemhund? Und vor allem wer hat Probleme mit wem? Meist wird hundliches Verhalten falsch gedeutet. Hunde sind in ihrem Verhalten flexibel und konsequent gleichzeitig.
Was ist Aggression? Der Duden sagt Aggression ist das Angriffs- und Drohverhalten eines Tieres. Aggressivität ist das Maß an Angriffsbereitschaft eines Individuums. Jeder Hund hat als Beutegreifer ein gewisses Maß an Aggressivität. Dieses ist wiederum das häufigste Verhaltensproblem.
Hier wird unterschieden zwischen intraspezifischer Aggression = Aggression gegenüber Artgenossen und interspezifischer Aggression = Aggression gegenüber anderer Arten (Tier und Mensch). Hunde, welche aggressiv gegenüber Artgenossen sind, müssen nicht zwangsläufig aggressiv gegenüber Menschen sein und andersrum.
Die landläufige Meinung, „…wenn er schon andere Hunde angreift, packt er irgendwann auch ein Kind…“ ist also fachlich nicht richtig.

Wie kommt es nun also zu Aggressionen? Bei einer Analyse schwerer und/oder tödlicher Verletzungen von Menschen durch Hunde zeigt, dass es sich bei den Tieren häufig um Zwingerhunde handelt, welche nicht artgerecht gehalten werden Sie sind häufig

  • ungenügend sozialisiert

  • den Umgang mit Menschen nicht gewöhnt

  • haben schwache Bindungen zu ihren Besitzern und anderen Menschen

  • durch unklare Rangordnung im Konflikt

  • durch Frustration, Bewegungsmangel und geistiger Verarmung zurückgeblieben

Manchmal führt auch ungewohnte Bekleidung und/oder Körperhaltung dazu, dass der Hund angreift. Hunde sind umso ungefährlicher, umso enger und vertrauter wir mit ihnen leben (Quelle: Heidenberger)
Bewusste oder unbewußte Unterstützung des aggressiven Verhaltens durch den Hundeführer spielt eine wesentliche Rolle. Kenntnisse über die Psyche und Körpersprache des Hundes sollten jeden Hundeführer vertraut sein. „Der tut nix“ kann schnell eine überraschende Wende ergreifen und mit den Worten enden: „das hat er ja noch nie gemacht!“ Das Institut für Haustierkunde in Kiel kam nach einer Studie (Schadensfälle 1986 – 1991) zu folgendem Schluss bezüglich Rassen mit überproportionaler Aggressivität:

  • Deutscher Schäferhund – dieser war allerdings auch am häufigsten Proportional vertreten.

  • Boxer

  • Rottweiler

  • Bullterrier

  • Dogge

  • Dobermann

  • Dackel

  • Deutsch Drahthaar

  • Pudel

  • Schnauzer

Dem eifrigen Beobachter ist hier sicherlich nicht entgangen, dass die sogenannten „Kampfhunderassen“ nur wenig vertreten sind.

  • Formen der Aggression:

  • Dominanzaggression: Erstreben einer möglichst hohen Rangordnung

  • Rivalisierende Aggression: Kampf um Ressourcen (Futter, Besitz, etc.)

  • Angstaggression: Selbstverteidigung, oft wegen mangelnden Fluchtmöglichkeiten

  • Aggression unter Rüden: Natürliche Rivalität

  • Territoriale Aggression: Revierverteidigung

  • Schmerzbedingte Aggression: Notwehrreaktion

  • Aggressives Jagtverhalten: Beute flieht

  • Mütterliche Aggression: Hündin (auch scheinträchtig) verteidigt Welpen.

  • Erlernte Aggression: Auslöser wurde durch Belohnung erlernt.

  • Krankhafte Aggression: Seltenste Form. Auslöser zum Beispiel: ZNS, Epilepsie, Ideopatische Erkrankung. Cockerwut… Quelle: Heidenberger)

Beitrag von der Hundetrainerin Claudia Hagerer

 

Die Impfungen bei der Katze

Welche sind möglich, welche notwendig und welche Impfintervalle sind sinnvoll.

Katzen können gegen unterschiedliche Erkrankungen geipmft werden. Um zu wissen welche Impfungen die eigene Katze benötigt werden, spielen Faktoren wie Alter und Kontakt zu Artgenossen eine Rolle. Generell wird zwischen reinen Wohnungskatzen und Katzen mit Freigang unterschieden.

Bei Katzen kommt es zu bösartigen Hauttumoren, den Fibrosarkomen. Die Entstehung dieser Tumore kann mit Impfungen in Verbindung stehen. Durch die Entzündung, die bei der Injektion entsteht kann die Entwicklung des Tumors ausgelöst werden. Gerade deshalb sollten Katzen so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig geimpft werden. Außerdem sollte bei der Auswahl der Impfstoffe darauf geachtet werden, dass sie keine Adjuvantien (Trägerstoffe) enthalten, da hierauf geäuft Entzündungsreaktionen in der Haut gezeigt werden.
Alle Katzen sollten gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche geimpft werden.

Die Haupterreger beim Katzenschnupfenkomplex sind Herpes- und Caliciviren. Sie befallen die Schleimhäute des Atmungstrakts und der Augen. Es kommt zu starken Entzündungen. Die Tiere haben häufig stark verklebte Augen, eitrigen Nasenausfluss und teilweise Fieber. Eine Lungenentzündung kann entstehen. Geschwüre im Maulbereich und Zahnfleischentzündungen können auftreten. Vor allem Jungtiere erkranken und in den meisten Fällen behalten sie chronische Schäden, wie Atemprobleme, chronische Augenveränderungen oder entzündetes Zahnfleisch zurück. Bei dramatischen Infektionen können die Tiere, durch die Unfähigkeit der Futteraufnahme, versterben.
Die Parvovirose wird auch Katzenseuche genannt und durch das feline Panleukämievirus ausgelöst. Vor allem Welpen zeigen Fieber, starke wässrig-blutige Durchfälle und Erbrechen. Die Tiere trocknen schnell aus, bekommen Kreislaufprobleme und eine Blutvergiftung ist möglich. Der Erreger vermehrt sich auch in den weißen Blutkörperchen, wodurch die Ummunabwehr stark gestört wird. Meist verläuft die Erkrankung trotz Intensivtherapie tödlich. Die Erreger halten sich sehr lange in der Umgebung und ungeimpfte Tiere können sich sehr leicht anstecken.

Um die Katze gegen diese Erkrankungen zu schützen muss sie korrekt grundimmunisiert werden.Welpen sollten hierfür mit 8, 12 und 16 Wochen und dann nach einem Jahr wieder geimpft werden. Muss eine erwachsene Katze neu grundimmunisiert werden, sollte sie zweimal im Abstand von drei bis vier Wochen und dann nach einem Jahr geimpft werden. Bei der Grundimmunisierung ist es sehr wichtig, dass die Impfintervalle eingehalten werden. Danach müssen sowohl der Katzenschupfen als auch die Katzenseuche nur alle 2 Jahre nachgeimpft werden (siehe Impfschema). Die beiden Impfungen werden praktisch immer als Kombinationsimofung verabreicht, Hierbei ist darauf zu achten, dass der Impfstoff die neuesten Calicistämme enthält. Nur so kann die Katze effektiv gegen die aktuellen Katzenschnupfenerreger geschützt werden.

Die Tollwut ist die wohl gefürchtetste Infektionskrankheit überhaupt, da sie für nahezu alle Tiere und den Menschen ansteckend und immer tödlich ist. Die Ansteckung erfolgt durch den Biss (Speichel) eines infizierten Tieres. Tiere mit Verdacht auf Tollwut dürfen nicht therapiert werden. Nur ein Tier das gegen Tollwut geimpft ist darf ins Ausland reisen und Katzen mit Freigang müssen geimpft sein, da bei einem Verdachtsfall die Tötung ungeimpfter Tiere angeordnet werden kann.

Die Katze wird mit einem Mindestalter von 12 Wochen einmalig gegen Tollwut geimpft. Die Nachimpfung erfolgt nach einem Jahr und dann alle 3 Jahre.

Das Feline Leukämievirus (FelV) gehört zur Gruppe der sogenannten Retroviren. Nach einer Infektion kommt es Schwächung des gesamten Immunsystems. Eine Anämie (Störung der roten Blutzellen) ist möglich. Infizierte Katzen erkranken wiederholt an scheinbar „banalen“ Infektionen und sprechen schlecht auf Therapien an. Außerdem kann es virusbedingt zu Tumoren des lymphatischen System kommen. Die Ansteckung erfolgt durch Kontakt mit infizierten Tieren. Je jünger die Katzen sind desto empfänglicher sind sie für eine Infektion mit dem felinen Leukämievirus. Ältere Tiere entwickeln eine Altersimmunität und lassen sich weniger leicht infizieren. Die FelV wird, wie der Katzenschnupfen und die Katzenseuche, grundimmunisiert. Danach erfolgt allerdings eine jährliche Impfung bis zum 7. Lebensjahr. Dann bei Bedarf noch einmal mit 10 Jahren. Danach wird auf Grund der Altersimmunität keine Impfung mehr benötigt (siehe Impfschema).

Vor einer FeLV-Impfung sollte bei unklarem FeLV-Status der Katze immer ein Bluttest gemacht werden. In einem Schnelltest kann dann nachgewiesen, ob die Katze das Virus bereits in sich trägt. Dann ist eine Impfung unsinnig.

Die feline infektiöse peritonitis (FIP) wird durch feline Coronaviren verursacht. Die Coronaviren besiedeln den gesamten Darm und werden über den Kot ausgeschieden. Während in der Regel diese Darminfektion von den Tieren problemlos überwunden wird und meist nur zu leichten Durchfällen führt, kommt es bei einem kleinen Prozentsatz der infizierten Tiere zu einer Mutation des Coronavirus zu einem die FIP auslösenden FIP-Virus. Es entstehen Antigen-Antikörper-Komplexe und es kommt zu einer Überreaktion des Immunsystems. Gefäße entzünden sich, Fieberschübe, Anämie, Bauchwassersucht und entzündliche Organveränderungen treten aus. Bei der „trockenen FIP“ zeigen die Tiere meist unspezifische Symptome, wie Schlappheit,Appetitlosigkeit und Fieber. Bei der „feuchten“ FIP bekommen die Tiere häufig einen dicken Bauch durch die Bauchfellwassersucht oder Atemprobleme, wenn der Erguss im Brustkorb vorkommt. Eine Heilung der FIP ist bisher nicht möglich. Eine Impfung gegen die FIP ist generell möglich, wird allerdings nicht standardmäßig empfohlen, da das Infektionsrisiko nur minimal verringert wird.

Empfohlenes Impfschema – Wohnungskatzen

Erkrankung Impfstoff Grundimmunisierung Intervall
Katzenseuche
Katzenschnupfen
RCP 8.,12.,16.Lebenswoche bei Welpen
2x im Abstand von 3-4 Wochen bei der erwachsenen Katze
Wiederholung nach 1 Jahr
Alle 2 Jahre

Empfohlenes Impfschema – Freigänger

Erkrankung Impfstoff Grundimmunisierung Intervall
Katzenseuche
Katzenschnupfen
RCP 8.,12.,16.Lebenswoche bei Welpen
2x im Abstand von 3-4 Wochen bei der erwachsenen Katze
Wiederholung nach 1 Jahr
Alle 2 Jahre
Tollwut T Mindestalter 3 Monate
Wiederholung nach 1 Jahr
Alle 3 Jahre
FeLV Infektion FeLV 2x im Abstand von 3-4 Wochen
Wiederholung nach 1 Jahr
Jährlich,
später alle 3 Jahre

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