Archiv für den Monat: März 2015

Alternative zur Kükentötung entdeckt

Für die Geflügelindustrie sind frisch geschlüpfte männliche Küken wertlos. Nach Angaben der Universität Leipzig landen deswegen jährlich rund 40 Millionen Küken kurz nach dem Schlüpfen im Schredder.

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Massenhaft werden männliche Küken Opfer der Kükentötung. 40 Millionen jährlich werden pro Jahr getötet, so Schätzungen der Leipziger Universität CC by https://www.flickr.com/photos/keoni101/

Derzeit forscht die Universät Leipzig aber an einer Alternative, um die massenhafte Kükentötung zu verhindern. Mittels einer spektroskopischen Geschlechtsbestimmung kann das Geschlecht des Kükens im unbebrütetem Stadium, noch bevor das Küken schlüpft, festgestellt werden und die massenhafte Kükentötung so verhindert werden. Bundeslandwitschaftsminister Christian Schmidt ( CSU) informiert sich aktuell über das Projekt der Leipziger. Im besten Fall könnten so einfach die Eier, aus denen männliche Küken geschlüpft wären, in den Verkaufsregalen landen und die Kükentötung so selbst überflüssig werden.

Auch andere Politiker setzen sich auf Bundesebene für ein Ende der brutalen Methode ein. Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) setzt sich ebenso wie der niedersächsische Landwirtschaftsminisiter Christian Meyer (Grüne) für ein Verbot der massenhaften Kükentötung ein. Nordrhein-Westfalen hat bereits einen entsprechenden Antrag vor dem Bundestag gestellt. In Niedersachsen wird angestrebt, der Kükentötung innerhalb der nächsten 3-5 Jahre den Garaus zumachen.

 

Wenn Dein Hund sprechen könnte, was würde er Dir sagen?

Das denkt Dein Hund wohl, wenn er Dich Tag ein Tag aus beobachtet? Eine Ode an den Hund, geschrieben von socialcrat:

 

I know that you humans lead busy lives. Some have to work, some have children to raise. It always seems like you are running here and there, often much too fast, often never noticing the truly grand things in life.

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Look down at me now, while you sit there at your computer. See the way my dark brown eyes look at yours? They are slightly cloudy now. That comes with age. The gray hairs are beginning to ring my soft muzzle. You smile at me; I see love in your eyes. What do you see in mine? Do you see a spirit? A soul inside, who loves you as no other could in the world? A spirit that would forgive all trespasses of prior wrong doing for just a simple moment of your time? That is all I ask. To slow down, if even for a few minutes to be with me.

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So many times you have been saddened by the words you read on that screen, of other of my kind, passing. Sometimes we die young and oh so quickly, sometimes so suddenly it wrenches your heart out of your throat. Sometimes, we age so slowly before your eyes that you may not even seem to know until the very end, when we look at you with grizzled muzzles and cataract clouded eyes. Still the love is always there, even when we must take that long sleep, to run free in a distant land. I may not be here tomorrow; I may not be here next week. Someday you will shed the water from your eyes, that humans have when deep grief fills their souls, and you will be angry at yourself that you did not have just “One more day” with me.

Because I love you so, your sorrow touches my spirit and grieves me. We have NOW, together. So come, sit down here next to me on the floor, and look deep into my eyes. What do you see? If you look hard and deep enough we will talk, you and I, heart to heart. Come to me not as “alpha” or as “trainer” or even “Mom or Dad,” come to me as a living soul and stroke my fur and let us look deep into one another’s eyes, and talk. I may tell you something about the fun of chasing a tennis ball, or I may tell you something profound about myself, or even life in general.

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You decided to have me in your life because you wanted a soul to share such things with, someone very different from you. And, here I am. I am a dog, but I am alive. I feel emotion, I feel physical senses, and I can revel in the differences of our spirits and souls. I do not think of you as a “Dog on two feet” — I know what you are. You are human, in all your quirkiness, and I love you still.

Now, come sit with me, on the floor. Enter my world, and let time slow down if only for 15 minutes. Look deep into my eyes, and whisper to my ears. Speak with your heart, with your joy and I will know your true self. We may not have tomorrow, and life is oh so very short.

Love, Your Dog

Sind wir Ersatzeltern für Hunde

Wie viel Menschsein übertragen wir auf den Hund? Ist ab und zu auf dem Sofa schlafen schon zu viel? Darf ein frierender Hund nicht auch einen Mantel tragen? An solchen Fragen scheiden sich die Geister der Hundefreunde oft. Eine Studie aus Wien hat nun die umgedrehte Beziehung untersucht: sehen Hunde uns vielleicht als Ersatzeltern? 30 Mensch-Hunde Teams wurden dafür an der Universität Wien näher unter die Lupe genommen, um herauszufinden, ob soetwas wie eine Eltern-Kind Beziehung zwischen tierischen und menschlichen Teampartnern entstehen kann. Vergleichend wurde die Fähigkeit, Probleme zu lösen jeweils unter An-und Abwesenheit der Tierbesitzer genau dokumentiert.

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CC by https://www.flickr.com/photos/rollanb/

 

Ähnlich wie auch Kinder sich sichtlich wohler und sicherer fühlen, wenn ihre Eltern mit dabei sind, verhalten sich auch Hunde in Anwesenheit ihrer „Ersatzeltern“ wesentlich souveräner. Futteraufgaben wurden viel motivierter gelöst, wenn der Besitzer sich im Raum befand und neue Umgebungen wurden neugieriger erkundet. Zunächst wurde ein Spielzeug der Hunde mit Futter befüllt. Der Hund musste dann eine ausgeklügelte Taktik entwickeln, um an das Futter heranzukommen. Verglichen wurden Situationen, in denen der Besitzer den Hund auch verbal anspornte, in denen der Besitzer sich lediglich im Raum befand ohne dem Hund zuzureden sowie Situationen, in denen die Ersatzeltern mit einer fremden Person ausgetauscht wurde. Das Ergebnis: Hunde, die ohne ihr Herrchen vor die Futteraufgabe gestellt wurden, waren wesentlich unmotivierter die Aufgabe zu lösen und verloren schnell die Lust. Zwischen dem Anfeuern durch den Besitzer und der alleinigen Anwesenheit desselbigen im Raum bestand kein Unterschied. Vergleicht man aber die Situationen mit Besitzer mit der Motivation der Hunde ohne ihre Bezugsperson war der Unterschied enorm.

Nerviges Verkehrbeachten beim Tippen auf dem Smartphone durch Blindenhund gelöst

Wer kennt es nicht, ständig muss man auf seine Umgebung achten, während man doch einfach nur  vergnügt auf dem Smartphone tippen möchte. Wir haben die perfekte Lösung gefunden: einfach einen Blindenhund zulegen, der sich um den Verkehrsdschungel kümmert und los gehts! Der Postillon zeigt, wie’s geht.

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CC by https://www.flickr.com/photos/highwaysagency/

 

 

// Aaaaachtung: Ironie!

Hundefutter im Test – ein Kommentar

Vor einigen Tagen erschien der neuste Bericht von Stiftung Warentest zu Hundefeuchtfutter. 30 Nassfuttersorten wurden getestet. Nur jedes dritte Hundefutter kann nach diesem Test den Bedarf eines durchschnittlichen, erwachsenen Hundes abdecken. Die anderen fallen durch.

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In Nassfuttertests fallen 1/3 der Produkte durch. Ob das bei Trockenfutter anders ist? //photo by https://www.flickr.com/photos/jnl/

Ein Tierarzt kommentiert, weshalb er die Aussagekraft des Tests für Hundefutter für fraglich hält:

Thema HUNDEFUTTER – heiß und emotional diskutiert…

Kaum ein Thema in der Tiermedizin hat ein derart großes Polarisationspotential wie die Ernährung vom besten Freund des Menschen:

Ein vor knapp 4 Tagen erschienener Hundefutter-Test im aktuellen Heft der STIFTUNG WARENTEST wird die Diskussion mit Sicherheit weiter anheizen…
Allerdings sind im Artikel ein paar kleinere ‚Schnitzerchen‘ zu finden:

Was ich bisher noch im keinem Test der Stiftung erlebt habe war das Drücken auf die Tränendrüse [dem geliebten Hund „Funi“ eines besorgten Frauchens schmerzten plötzlich die Pfoten. Die Therapie mit Schmerzmitteln habe versagt, so dass der behandelnde Tierarzt später einen Mangel an Kalzium und Phosphor diagnostizierte. Das Frauchen stellte enttäuscht fest, dass das doch alles im Futter stecken müsse…]

Nur am Beispiel zweier getesteter Produkte sollte für jeden ersichtlich sein, dass die Futtermittel hier nicht nach gut bis schlecht aufgelistet wurden, sondern lediglich entsprechend der doch recht engen und darüber hinaus alltagsuntauglichen Testkriterien:
Das Produkt ‚Pedigree Pastete mit 5 Sorten Fleisch‘ gehört mit seiner Endnote 1,2 zu den Gewinnern. Dabei enthält es gerade mal 4% Fleisch mit einem Gesamt-Protein von lediglich 7%. Damit liegt es eiweiß-technisch im Bereich einer Nierendiät!?! Aber warum die fünf verschiedene Fleischquellen enthalten sind erschließt sich mir nicht (bei ja gerade mal 4% Anteil) – dadurch bietet es nämlich ein extrem breites Allergenpotential. Geschmacksverstärker, Farbstoffe u.ä. lassen wir mal ganz außen vor…
Das getestete ‚Terra Canis mit Huhn, Amaranth & Basilikum‘ hingegen zählt laut diesem Test zu den Verlierern – es erreichte eine Endnote von 5,0. Dabei sind hier durchschnittlich 60% Fleisch und max. 10% Getreide enthalten! Die Note kommt durch einen im Labor festgestellten Mangel des Produkts an Vitamin A, B1, D2/3 zu Stande. Aha…

Bei all diesen gemessenen Nährstoffen wurde der Bedarf experimentell am Beispiel eines 15kg Modellhundes berechnet.
Dabei wurde beispielsweise eine Überversorgung mit Vitamin A in einem Produkt als unproblematisch deklariert (die deswegen erwähnte Studie bezieht sich lediglich auf Hunde im Wachstum) – daher stimmt diese Aussage leider hinten und vorne nicht.
Der tägliche Calciumbedarf ist mit dem 3-fachen des Menschen angegeben – das stimmt zwar, aber nur bei einem erwachsenen Hund in gleicher Gewichtsklasse… Entsprechend weicht der Bedarf bei kleineren Hunden, trächtigen (8-fach) oder gar säugenden (21-fach) Hündinnen stark davon ab und kann daher eigentlich schlecht gemittelt bzw. verallgemeinert werden. Dadurch könnte keines der angegebenen Futtermittel JEDEN erwachsenen Hund ausreichend mit Calcium versorgen.
Obwohl es darüber hinaus noch ein paar weitere ‚Unklarheiten‘ gab verzichte ich hier mal darauf weiter ins Detail der Ernährungsphysiologie abzuschweifen.

In mehreren test-Kommentaren wird bemängelt dass einige der gestesteten Futtermittel nicht für Welpen geeignet seien… Ja und? Steht doch auch garnicht auf der Dose!
Es gibt einfach kein Rundum-Sorglos-Fertigfutter welches alle Altersklassen gleichzeitig abdeckt – geschweige denn bezogen auf alle Rassen vom Pinscher bis zum Wolfshund!

Dass im kleinen Absatz des Anhangs das Thema BARF im kurzen Anriss als bedenklich und schwer realisierbar abgestempelt wird wundert übrigens auch.
Die vegetarische Fütterung wird als möglich beschrieben – naja, einen Hund fleischlos zu ernähren ist schon ein bisschen gaga, oder etwa nicht? Typische Form der Vermenschlichung…

Dieser Test gibt eigentlich einen recht breit gefächerten Überblick über die aktuell gängisten und bekanntesten Futtermittel bzw. Hersteller.
Aber warum wurden keine Produkte von beispielsweise Royal Canin gestetet? Ist doch sonst omnipräsent…

Die Ernährung von Haustieren ist deutlich diffizieler als es ein 8-seitiger Test unter die Lupe nehmen könnte. Jeder Hund ist anders und genauso verschieden sind der Bewegungsdrang wie auch der Nährstoffbedarf jedes Hundes…

Was mir allerdings bei diesem Test besonders aufstößt ist die Tatsache, dass dem geneigten Leser suggeriert wird dass die in diesem Test besten Futter auch uneingeschränkt für ihren Hund empfehlenswert sind. Dem ist definitiv nicht so!

Und last but not least: Wer füttert seinem Hund NUR sein Futter zu den jeweiligen Mahlzeiten und NICHTS nebenher??? Mir fällt da, auch nach längerem überlegen, niemand ein!
Somit ist das Wort Alleinfuttermittel in meinen Augen eh antiquiert und überholt…

Und was mich als Tiermediziner besonders neugierig macht ist Folgendes:
Wo sind die im Artikel erwähnten ernährungsbedingt erkrankten Hunden? Zum einen die lahmenden Hunde wegen Kalzium- u./o. Phosphormangel sowie die Tiere mit morschem Kiefer und fehlender Beißkraft (ebenfalls durch Kalzium-Mangel)???

Ich möchte mit diesen paar Zeilen keinesfalls die Richtigkeit der labordiagnostischen Untersuchungen kritisieren oder hinterfragen. Allerdings bin ich mit der Auslegung bzw. Interpretation der Befunde etwas unzufrieden, da in meinen Augen verschiedene Kriterien anders zu werten sind – z.B. Fleischanteil höher als die Eignung für Welpen.

Tierarzt Sebastian Goßmann-Jonigkeit